In weniger als vier Wochen soll es steigen, das erste Bürgerfest Ingolstadts aus privater Hand, nicht organisiert von der Stadt, sondern von drei motivierten Bürgern: Karl Ettinger, Oliver Munz und Sascha Lachner. Sie sind mitten in den letzten Vorbereitungen für „Ein Fest von Bürgern für Bürger“.
Dabei stehen diese drei Herren nicht nur als Persona im Rampenlicht, sie müssen auch Backstage vieles – sehr vieles – meistern und organisieren. Deshalb ziehe ich schon einmal meinen Hut und drücke die Daumen, dass alles klappt.
Was ist denn so aufwendig an einem Bürgerfest? Klar, ein unbefangener Besucher will einen festen Termin, checkt vielleicht die Buslinien und das Programm und los geht die Feierei. Doch, die Orga von Bussen, einem Wegleitsystem für Autofahrer, Radler, Fußgänger, etc und ein gutes Programm sind der geringste Aufwand.
Was wirklich ins Geld geht und sehr viel Zeit verschlingt, ist alles abseits vom Sichtbaren und gerade das kostet. Viel. Alleine das Verlegen der Kabel für die Stromversorgung der Bühnen, Stände, Bars, Notlichter etc. ist ein nicht zu unterschätzender Kostenfaktor. Dazu natürlich Security, Terrorabwehranlagen, Nachtbewachung, Koordination der Auf-, und Abbauten, Einhaltung der Lieferzeiten von Getränken, Speisen für die Ständen, Freihalten der Zufahrtswege für Feuerwehr und die bestellte Erste-Hilfe sowie die Bereitstellung der Toilettenanlagen.
Vieles muss nicht nur geplant sein, sondern vorab und während des Festes kontrolliert werden. Gehen bei dem Dienstleister für die Toiletten die Papiertücher aus, muss der entsprechende Lieferant auch vor Ort anliefern und halten können. Wer koordiniert das? Wer gibt einen Stromausfall an einer Bühne wem weiter, wenn ein Musiker eine Anlage zu viel ansteckt? Bzw., wurde auch an einen Stagemanager gedacht, der den einen DJ darauf hinweist, dass seine Playtime zu Ende ist und der nächste Act bereits auf seinen Einsatz wartet? Wer evakuiert bei einem Unwetter und wer räumt den ganzen Dreck in der Früh weg, bevor am nächsten Tag das Fest weitergeht?
Die Idee vom Bändchenverkauf für das Bürgerfest, um Kosten wieder einzubringen, ist natürlich gut. Doch so, wie es letztes Jahr gelaufen ist, macht es wenig Sinn. Es braucht feste Stände vor Ort, wo die Besucher ihre Bändchen kaufen können, ein mobiles Team ist da keine gute Lösung.
Auch der ganze Aufwand danach ist nicht zu unterschätzen: Aufräumen, Aufnahme von Schäden am Straßenbelag oder an Häusern, die komplette Abrechnung der Stände, Bänder, Sponsorengelder, etc.
„Ein Fest von Bürgern für Bürger“ ist ein Mega-Ding und ich freue mich sehr, dass es stattfindet. Dass drei Ingolstädter sich in ein Boot setzen, um dieses Mega-Projekt durch die raue See in einen sicheren Hafen zu lotsen, mit Spaß für die ganze Familie, ist einfach nur grandios. Ich würde es mich nicht trauen und wünsche gerade deshalb den Mutigen viel Erfolg!
In diesem Sinne: Liebe Firmen: unterstützt die Drei als Sponsoren! Liebe Bürger: Kauft euch die Bändchen vor Ort, damit die Kosten reinkommen. Liebe Stadt: Helft ihnen, falls sie das eine oder andere übersehen haben. Und liebes Wetter: Spiel mit, damit sich all der Aufwand lohnt! Auf ein tolles „Fest von Bürgern für Bürger“, bzw. das Bürgerfest 2026!
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