Mit Mehnersmoos, Bush und The Hives startet die Utopia Stage schon einmal richtig gut und so füllt sich die Mainstage recht schnell für die Architects. Die Metalcore-Band aus England sind 2026 Vorband von Korn und somit auf dem besten Weg in den Rockhimmel. Das zeigte die Gruppe rund um Samuel David Carter herausragen und übernehmen sicherlich bald die Primetime auf Rock im Park.

Wer es etwas ruhiger mag, geht rüber in die Mandora Stage. Hier spielt Within Tempation seinen Symphonic-Metal. Im 30. Jahr ihres Bestehens überzeugt Frontsängerin Sharon Janny den Adel immer noch skeptische Gemüter. Das Highlight: Sharon sing den Song „The Reckoning“ mit Papa Roach, der bereits bei der Singleaufnahme mitgewirkt hat. Eine echte Überraschung und eine bleibende Erinnerung an deren Auftritt.

Die Orbitstage ist immer eine gute Adresse um neue oder weniger bekannte Bands zu entdecken. Für uns eines der Highlight auf dieser dritten Stage: Don Broco. Die Engländer spielen seit 2008 im Rock-Game mit und haben mit Sänger Rob Damiani eine Powergranate am Start. Auch für sie wird es die nächste Zeit nach oben gehen, da sind wir uns sicher.
Viel Zeit hat Jacoby Shaddix von Papa Roach nicht, um von seinem Auftritt mit Within Temptation zu seiner eigenen Performance auf der Utopia Stage zu wechseln. Doch er schafft es und liefert seine Hits ab: „Scars“, „Getttin Away With Murders“, „See U In Hell“ und zum Finale natürlich: „Last Resort“, der alleine auf Spotify über 1,5 Milliarden Streams hat. Das eigentliche Highlight: Der Auftritt mit seinem Sohn. Junge, du hast brutal abgerissen! So geht eine gute Vater-Sohn-Beziehung. Auch wenn Jacoby bereits seit 1993 die Bühnen rockt: Zum Abschluss kullerten bei ihm die Tränen und jeder durfte es sehen. So viel Emotion und das seit Jahrzehnten. Respekt!!!

Viele bleiben nach Papa Roach gleich auf ihrem Platz stehen, denn – und das ist offensichtlich – Linkin Park will so gut wie Jeder sehen. Es ist ihr erster Auftritt bei Rock im Park mit der Frontsängerin Emily Armstrong, die 2024 offiziell zur Band dazugest0ßen ist und den verstorbenen Sänger Chester Bennington ersetzt. Wobei hier eher passt: Den Frontsänger Mike Shinoda perfekt ergänzt. Linkin Park ist definitiv das Highlight, Beide bringen mit ihrer Band die Menge zum Kochen und es ist fast unglaublich, wie textsicher die Fans sind. Linkin Park, das angekündigte Highlight bei RIP 2026 hat geliefert.

Die Playtime von Babymetal ist nahezu identisch zu Linkin Park und dennoch schaffen es die Japanerinnen mit ihrem Kawaii-Metal eine nicht zu übersehende Fangemeinde vor die Bühne zu scharen. Die drei Sängerinnen stechen auf jeden Fall deutlich hervor, die Kombination aus asiatischer Tanzperformance, bunten Kostümen und den niedlichen Lächeln mit harten Sound passt überrschend gut zusammen. Zumindest in dieser Kombination. Es ist nicht ihr erster Auftritt bei Rock im Park und sicherlich auch nicht der letzte. Dafür ist ihre Show einfach zu gut.

Das Abzeichen für den coolsten Act holt sich mal wieder Limp Bizkit ab. Ist er rappender Rocker oder rockende Rapper? Beides nicht. Er ist einfach Limp Bizkit. Dass die Show gut ist, seine Bühnenpräsenz unschlagbar, wissen wir. Das Highlight liegt aber zwischen seinen Songs, wenn er gechillt über die Bühne flaniert und die ein oder andere Ansprache hält. Ich bin mir sicher, so sehr unterscheidet sich seine Bandprobe nicht von seinem Auftritt vor zehntausend Fans. Als er im Publikum zwei Schilder entdeckt, die ihn bitten, ihn auf die Bühne zu nehmen, lässt er sich nicht lumpen und übergibt ihnen das Mikro. Die Menge ist gespannt, drückt den beiden Gäste kräftig die Daumen und wird nicht enttäuscht. Sie liefern ab uns sind heute in der Schule sicherlich die Helden des Jahres.

Die Spassformation The Butcher Sisters trifft definitiv den Nerv der Zeit. Deutschrap trifft Metal und das mit Vollgas. Die Mannheimer wissen, was die aktuelle Generation will und das ist primär: Gute Laune mit oft trivialen dafür derben Texten. Ob nun „Dosenbier“, „Bauchtasche“ oder „Banana“, das Gaga-Konzept geht vollkommen auf. Dazu geben sich die sechs auch sehr Fan-nah. Da wird schon mal in der Crowd gesurft, im Wellenbrecher abgesungen und Detlef D. Soost aufs Korn genommen. Selbst um 2 Uhr in der Früh hätten die Rock im Park Fans noch mehr hören wollen.

Doch irgendwann muss Rock im Park zu Ende gehen. In diesem Fall fertig glücklich mit Vorfreude auf 2027 und Blink-182, dem ersten Headliner.
Text und Fotos: Daniel Melegi, Silvia Kohlmeier

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