Hat irgendjemand von euch die Werbung für Circus Krone in Ingolstadt nicht gesehen? Ehrlich? Wir sind uns mehr als sicher, dass in den letzten Jahrzehnten kein Unternehmen so krass um Aufmerksamkeit gebuhlt hat, wie dieses. Und das nicht nur in Ingolstadt, sondern auch in Würzburg, Rosenheim und dem Hauptsitz München. Doch, kommen wir zum eigentlichen Circus.
Wir waren gestern bei der 18:30 Uhr Aufführung in Ingolstadt und dürfen sagen: Ja, so funktioniert Zirkus auch in der heutigen Zeit. 80% des Programmes erleben wir Artistik, Akrobatik, Stunts, Clownerie, Motorradvorführungen und vor allem eine gute Liveband mit wechselnden Sängerinnen in bester Akustik, sowie eine präzise angepasste Lightshow mit neuester Technik. Auch die Kostüme und die weihnachtlichen Dekorationen sind positiv hervorzuheben.
Nur drei Mal sehen wir Tiere in der Manage. Einmal eine Hundeshow, dressierte Papageien und kurz vor Schluss Pferde. Sowohl die Pudel als auch die Vögel konnten durchaus begeistern, die Pferdeshow wirkte wie aus vergangener Zeit. Hätte Krone gänzlich auf Tiere verzichtet, wäre es wahrscheinlich kein Zirkus mehr, sondern eine Varieté-Show a la FlicFlac. Sozusagen das letzte Zugeständnis an die 1905 von Carl Krone unter dem Namen Circus Charles gegründete Tierschau. Zumindest hier in Ingolstadt.

Fazit: Krone hat verstanden, dass Attraktionen wie „Wheel Of Death“, Motorradfahrer in einer Kugel oder Feuereinlagen mindestens genauso interessant sein können, wie vor Jahrzehnten Zebras, Löwen und Tiger. Die Tiere hätten wir nicht gebraucht, verstehen aber durchaus den Hintergrund. In der Münchner Werbung und deren Manege sind übrigens noch Löwen zu sehen. Und hier noch ein großer Respekt an alle Künstler: Was die zweimal am Tag leisten, ist Applaus wert. Bei unserer Aufführung gab es sogar Standing Ovations.
Wer die Show mit (fast) durchwegs gutem Gewissen sehen will, hat noch bis zum 11.01.26 Zeit.
Weitere Infos: https://www.circus-krone.com/ingolstaedter-weihnachtscircus/
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